Kingtauben

 
Entstanden im Zusammenwirken mehrerer glücklicher Umstände, schaut die Geschichte der King-Rasse auf über ein Jahrhundert zurück. Innerhalb dieser Zeit hat sich die Vorstellung des rassespezifischen Erscheinungsbildes immer weiter entwickelt. Angefangen mit dem ersten schriftlich festgehaltenen Rassestandard von 1915, dem sogenannten '' Standard of Perfection '', über die erste bildliche Darstellung von Georg Adam aus Regensburg 1996 bis hin zu zahlreichen neuzeitlichen Fachartikeln und -büchern wurde und wird auch durch unsere Generation der King weiter züchterisch vervollkommnet. 
Der aktuellste Standard des King wurde 2011 im Europäischen Kingstandard festgelegt! 

Gesamteindruck: 
Körper breit, kurz, verhältnismäßig tief, rund und insgesamt muskulös 
anfühlend. Kräftiger Hals und dazu proportional passender Kopf. 
Tauber sollen maskulinen und Täubinnen femininen Eindruck vermitteln. 
In der Hand schwer, zu wenig Körpermasse ist unerwünscht. 
 

Rassemerkmale: 
 
Kopf 
Verhältnismäßig groß und breit zur Gesamtgröße passend, 
aus gut ansteigender Stirn gerundet mit dem höchsten 
Punkt über den Augen, Nacken ausgeformt.
 
Hals 
Unter Beachtung der Geschlechtsabhängigkeit verhältnismäßig kräftig, voll aus den Schultern kommend und senkrecht getragen, möglichst eine gedachte Linie Nacken – Schulter – Ferse bildend, Schnabelspitze sollte hervortretende Brustlinie nicht erreichen.
Augenrand 
möglichst schmal und umlaufend sichtbar, bei Weißen lebhaft rot, fleischfarbig bis rot bei rez. Roten, rez. Gelben, Braunfarbigen, sonst je nach Gefiederfarbe dunkel bis grau. Roter Augenrand ist bei keinem Farbenschlag ein Mangel.
Rücken 
Kurz und breit, tropfenförmig verjüngend.
Augen 
Ausdrucksvoll, dunkel bei Weißen, heller bei Braunfarbigen, 
bei den anderen Farben orangefarbig
Schwanz 
Kurz, im Einklang zum kurzen Körper, möglichst schmal, leicht angehoben getragen mit anliegendem Keilgefieder.
Schnabel 
Substanzvoll mit breitem Ansatz, stumpf, knapp mittellang, annähernd waagerecht getragen, fleischfarbig bei Weißen, hornfarbig bei Dun, Braunfarbigen, Dom. Rotvarianten, hellhornfarbig bei Rez. Rot, Rez. Gelb und Dom. Gelbvarianten, schwarz bei Schwarz, Blau, Indigo und Andalusierfarbig, bei Schecken und Tiger je nach Gefiederfarbe, bei Vielfarbigen ohne Bedeutung; Warzen klein und glatt.
Flügel 
Kräftig, ziemlich kurz zum Rumpf passend, ein tiefes rundes Flügelschild bildend, am Körper gut anliegend, auf dem Schwanz ruhend ohne zu kreuzen, den Rücken gut deckend.
Brust 
Hervortretend, sehr breit, gut gefüllt und gerundet, sich gut vor den überdeckten Flügelbügen zeigend, durchgehende Unterlinie bei notwendiger Körpertiefe.
Keilgefieder 
fest; anliegend; mit harmonischem Verlauf der Unterlinie
Hals-Bein-Linie 
der Verlauf der hinteren Halslinie soll senkrecht zu den Beinen sein
Schenkel 
frei und kräftig befiedert
Läufe 
Kräftig, mittellang, breit angesetzt, gerade gestreckt, den Körper gut ausbalancierend; Läufe und Zehen unbefiedert, Zehen gut gespreizt und am Boden gut aufgesetzt, Krallen in der Farbe des Schnabels.
 
 
Weitere wichtige und kingspezifische Eigenschaften sind sein ruhiges Wesen, jedoch mit Charakterstärke und dem Willen sich im Käfig gut präsentieren zu wollen. Die Anhaltspunkte für das Gewicht liegen für ältere Tiere zwischen 850 - 1050 g und für Jungtiere zwischen 800 - 965 g. Tiere mit zu wenig Körpermasse sind dabei ungeachtet sonstiger Vorzüge unerwünscht. Für die Zucht- und Alterserkennung erhalten die King Ringe der Größe 10 (10 mm)

Der Körperbau der Kingtaube ist breit, gut gerundet und kurz. Als Anhaltsmaße für den idealen King kann von ca. 30 cm Körperhöhe, 24 cm Körperlänge, 14 cm Brustbreite und 11,5 cm Brusttiefe ausgegangen werden. Die Beinlänge sowie der mittlere Fußabstand liegen bei ca. 8 cm



Täuber (1.0) und Taube (0.1) sollen bei gleichbleibender Gesamtharmonie der Körperproportionen klar erkennbar sein. Lediglich durch den kleinen Größen- und Gewichtsunterschied lässt sich die Taube vom Täuber unterscheiden! 

 
King-Täuber (1.0)
 
King-Taube (0.1)



Farbenschläge: 
Einfarbige: 
Weiß, Schwarz, Dun, Rot, Gelb, Dom. Rot, Dom. Gelb, 
Braun, Khaki, Blau mit schwarzen Binden, Blau ohne Binden, Blau- 
Gehämmert, Blau-Dunkelgehämmert, Dunkel, Blaufahl mit dunklen 
Binden, Blaufahl ohne Binden, Blaufahl-Gehämmert, Blaufahl-Dunkelgehämmert, 
Rotfahl mit Binden, Rotfahl-Gehämmert, Rotfahl-Dunkelgehämmert, 
Gelbfahl mit Binden, Gelbfahl-Gehämmert, Gelbfahl- 
Dunkelgehämmert, Braunfahl mit Binden, Braunfahl-Gehämmert, 
Braunfahl-Dunkelgehämmert, Khakifahl mit Binden, Khakifahl-Gehämmert, 
Khakifahl-Dunkelgehämmert, Indigo mit Binden, Indigo 
ohne Binden, Indigo-Gehämmert, Indigo-Dunkelgehämmert, Andalusierfarbig, 
Vielfarbig, Kite, Golddun, Agate Rot, Agate Gelb, DeRoy 
Tiger: 
Schwarz, Rot, Gelb, Blau mit schwarzen Binden. 
Schecken: 
Schwarz, Rot, Gelb, Blau mit schwarzen Binden. 
Schimmel: 
Blau mit schwarzen Binden, Blaufahl mit dunklen Binden. 

Farbe und Zeichnung:

  • Alle Farben satt und rein 
  • Schwarze, Rote und Gelbe weisen eine gleichmäßige satte Farbe auf 
  • Dunfarbig ist der Verdünntfarbenschlag von schwarz mit gleichmäßiger mehr oder weniger bräunlicher Gefiederfarbe 
  • Dominant Rote sind ziegelrot mit hell auslaufenden Schwingen und Schwanz 
  • Rotfahle haben gleichmäßige weinrote Hals-, Brust- und Flügeldeckenzeichnung, reine aschfarbene Flügeldecken, Schwingen- und Schwanzfarbe 
  • Dominant Gelbe sind hellgelb mit hell auslaufenden Schwingen und Schwanz 
  • Gelbfahle besitzen eine gleichmäßige hellgelbe Hals-, Brust- und Flügeldeckenzeichnung, reine hellaschfarbene Flügeldecken, Schwingen- und Schwanzfarbe 
  • Die Braunen haben eine gleichmäßig braune Grundfarbe 
  • Khaki ist der Verdünntfarbenschlag von braun 
  • Braunfahle besitzen braune Hals- und Flügeldeckenzeichnungsfarbe; Schwingen und Schwanz aschfarben mit brauner Schwanzbinde 
  • Khakifahl ist der Verdünntfarbenschlag von braunfahl. Die Körperfarbe kann etwas dunkler sein 
  • Blau in reinem Ton, mit glanzreichem Hals und schwarzer Flügeldeckenzeichnung sowie Schwanzbinde 
  • Blaufahl haben aufgehelltes Blau als deren Verdünnung mit dunkler Flügeldeckenzeichnung und Schwanzbinde. Alle Binden lang und getrennt gezogen 
  • Gehämmerte möglichst mit gleichmäßiger, scharfer Hämmerung 
  • Bei Dunkel-Gehämmerten soll das Flügelschild gleichmäßig dunkelgehämmert mit oder ohne saumartiger Zeichnung sein 
  • Blau- und Blaufahlschimmel haben mehr oder weniger weiße Einlagerungen in jeder Feder (grizzlefarbig) mit dunklen Binden 
  • Andalusierfarbige haben schwarzblaue Kopf- und Halsfarbe, Brust und Bauchgefieder sowie Schwanz, nur etwas helleres, dunkelblaues Flügelschild mit möglichst schwarzer Säumung sowie dunkel auslaufende Schwingen; sehr wenige und unauffällige Rosteinlagerungen gestattet 
  • Indigo haben blaue Grundfarbe sowie ausgebleichte Schwanzbinde und Schwingen; die Flügelbinden, bzw. die Hämmerung sind schwarz mit rötlichem oder bräunlichem Anflug 
  • Dunkelgehämmerte besitzen ein rötliches oder bräunliches Flügelschild 
  • Vielfarbige weisen eine hellere oder dunklere mandelfarbige Körperfarbe auf mit aufgehellter Farbe in Schwingen und Schwanz 
    mit Sprenkeln in allen bei den Tauben vorkommenden Farben am ganzen Körper sowie in Schwingen und Schwanz. Täubinnen sind schwächer gezeichnet als Täuber; die Zeichnung wird mit zunehmendem Alter dunkler 
  • Die Farbe Kite ist schwarzdunkel mit mehr oder weniger Bronzeglanz im Hals- und Brustgefieder sowie Bronzeeinlagerungen in Schwingen und Schwanz 
  • Bei Golddun ist die Farbe aufgehellt mit gelblichem Anflug auf der Brust, der sich bis in das Brustgefieder fortsetzt 
  • Die Agate sind einfarbig, bzw. mit mehr oder weniger Weiß durchsetzt ohne festgesetzte Zeichnung. Die Schwingen und Schwanzfedern werden farbig verlangt, die Federschäfte sind weißlich angelaufen 
  • Bei DeRoy ist die Gefiederfarbe goldgelb, mit z. T. mahagonifarbenen Spritzern oder Flecken, gelegentlich mit mehr oder weniger Weiß durchsetzt. Schwingen und Schwanzfedern sind meist heller gefärbt 
  • Tiger so gleichmäßig wie möglich gezeichnet. Schwingen und Schwanz farbig 
  • Schecken mit regelmäßig verteilter farbiger Zeichnung; Schwingen und Schwanz gescheckt



Grobe Fehler:
  • Starke Abweichungen vom Typ 
  • zu schwache und untergewichtige Tiere 
  • schiefer oder gespreizter Schwanz 
  • starker Kniff zwischen Augen und Schnabel 
  • spitzer Kopf 
  • stark abgesetzter Nacken 
  • andere als rote Augenränder bei weißen King 
  • schlecht geformter, zu langer, absenkender Schnabel 
  • Abweichung in der Schnabelfarbe 
  • farbige Federn bei weißen King 
  • After- und Schenkelweiß bei farbigen Tieren 
  • starke farbliche Abweichungen 
  • ungleichemäßige oder matte Farben 
  • sehr ungleichmäßige Zeichnung bei Tigern, Schecken und Schimmeln

Bewertung:
  • Gesamteindruck 
  • Körperform und – haltung (Breite, Kürze, Fülle, Schwanz- und Halshaltung, Rücken, Stellung) 
  • Kopf- und Schnabelform sowie –haltung 
  • Augenfarbe 
  • Augenränder 
  • Schnabelfarbe 
  • Farbe und Zeichnung

Ringgröße: 10